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Fireblack (Fitzroy Fireblack Anthony Maxwell)

VON JAMAICA NACH DEUTSCHLAND

Familie
Fireblack (Fitzroy Fireblack Anthony Maxwell) kommt aus “Port Antonio” Jamaica, im Herzen des Dschungels, wo das Gras immer grün ist. Er war Fischer, Lieferant, Fußballer, Sänger, Percussionist, Skulpturenhauer und ein Koch.

Fireblack erzählt: „Das Leben dort ist sehr schön. Es ist ein großartiges Abenteuer dort
aufzuwachsen. Gemeinsam zu kochen, zu essen, Drums zu spielen bis spät in die Nacht, zusammen zu singen und das Ganja von King David auf unserem Hügel zu genießen. Meine Teenager Jahre waren großartig!“

 

Seine Mutter hat 3 Kinder ohne Vater großgezogen. Sie lebten alle zusammen in einer 20 qm 1 Zimmer Wohnung. Keine Küche und kein Bad! Fire erzählt: „Meine Mutter Nellie musste jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen. Als erstes ging sie Wasser besorgen, denn es gab keine Möglichkeit einfach den Wasserhahn aufzudrehen. Dann hat sie Frühstück gemacht und ist gegen 6 Uhr raus zu verschiedenen Farmern, hat Früchte und Obst gekauft um diese am Straßenrand weiterzuverkaufen.“
Manchmal stieg Fireblack auf die Bäume um seiner Mutter zu helfen und Früchte zu ernten: Grapefruit-, Orangen-, Apfel-, Mango- und vor allem Kokosnussbäume. Manchmal hatten sie zum Abendessen nur Früchte bekommen und oft gab es nur Maismehl mit Wasser (Turncornmeal). Sie sind ohne Schuhe zur Schule gegangen und hatten jeder nur ein Oberteil für die Schule, welches sie regelmäßig waschen mussten. Es war eine Schande! Nur ein Buch und einen Kugelschreiber in der Hand!
2010 starb seine Mutter und ein Jahr später auch ihr Mann! Mögen sie in Frieden ruhen…. Es war eine harte Situation, die es zu verkraften galt. Momentan lebt der kleine Bruder ohne Mutter und ohne Vater auf Jamaica. Fire macht sich Sorgen und kümmert sich.

Soul Music, the Bambolawn
Der Feelmarshall des Reggaes erzählt gerne über die kulturelle Musikszene in Jamaica. Er war nicht der beste, jedoch bereit der Welt zu zeigen was in ihm steckt. Er nahm an Open Mic´s in „Port Antonio“ teil, wo die Rastafari ihre Bambolawn´s haben.
Fireblack: „If you don’t speek, noone knows, that you are there, because it’s full of people, but you can’t even see each other.“
Bambolawn: Ein Ort wo Menschen sich zusammenfinden und mehr über die Liebe und Friedenseinstellungen des Rastaman zu erfahren.

 

Schon vorher hatte Fireblack eine Leidenschaft für Soul Music, mit der er aufgewachsen ist. Jeden Tag von 2-3 Uhr kam Barry Gordon (bekannt als Barry G.) im JBC Radio und jedes Mal saß Fire da und genoss die Sendung.
Fire sang in einem Kirchenchor, der in seiner Kindheit eine wichtige spezielle Rolle spielte. Seine Familie besaß keine Art von Instrument. Eine Gitarre war Luxus und Fire hatte nicht die Mittel so etwas zu bekommen.
Im Alter von 13 nahm sein musikalischer Werdegang eine große Wende. Fireblack sang mit einigen Leuten am Strand als er realisierte, dass er von Herzen ein Sänger ist.

High on air
Als Fire 18 war saß er das erste Mal im Flugzeug. Er dazu: „Das war das erste Mal wo ich echt High war!“ Er lacht.
Er erzählt uns, dass er im Flugzeug einen Schweizer/Italiener traf, der hinter ihm saß. Dieser klopfte
auf Fireblack´s Schulter und fragte nach einem Blättchen. Danach kam im Flugzeug Stimmung auf! Fire hielt es nicht mehr aus und begann zu singen.. Mitten im Flugzeug!
Das war sein erstes Konzert vor einem weißen Publikum oder besser gesagt, vor einem
internationalen Publikum -und dass in der Luft! Die Passagiere waren begeistert und wilder Applaus erfüllte die Lüfte.
Video: The king

 

Schweden – Reggae Crossover: meeting Punks
Fireblacks erste Europareise ging nach Schweden, wo er 6 Monate blieb. Er arbeitete, baute Postkästen aus Holz, um zu überleben, und seine Freizeit verbrachte er damit Skulpturen zu formen, um seine Gedanken zu befreien.
Er machte auf seiner Reise verschiedene Erfahrungen: Von einer Gruppe junger Extremisten verfolgt und angegriffen, hatte er Angst um sein Leben! Sie
fuhren in einem Auto hinter ihm her und Fire hatte nur ein Fahrrad! Er floh und fuhr Treppen herunter, die ihn zufällig genau vor das Polizeirevier führten…! Dass war sein Glück! Fireblack sagt: „In jedem Land, jeder Stadt und jedem Dorf auf dieser Welt werden wir immer eine Gruppe von wilden, dummen und verrückten Menschen finden.“
Er suchte Leute, mit denen er Reggaemusik kreieren konnte, jedoch war die erste Band die er dort kennenlernte eine Punkband! Er traf die Kollegen und begann mit ihnen zu Proben.

Dies war der erste Schritt, um das Eis zu brechen und eine neue moderne Art von Reggae Crossover zu entwickeln, welches alle Barrieren zwischen den Musikern zunichtemacht. Dies war für Fireblack die Möglichkeit um in eine neue Welt einzutauchen und durch diesen neuen Sound mehr über europäische Kulturen zu erfahren.
Fire erzählt: „Schweden war cool. Ich liebte die Sommernächte dort. Ich war tagsüber sehr müde weil ich das Gefühl hatte die Nächte sind ebenso hell wie der Tag. Der einzige Unterschied: Nachts waren die Straßen wie leergefegt. Manchmal war es nachts so hell und menschenleer, dass ich hätte rausgehen und Fußball spielen können. Schweden ist sehr sauber und sehr schön.“

1990 Zurück in Jamaica
Anfang 1990 verließ Fire Schweden und flog zurück nach Jamaica, mit neuen Perspektiven für sein Leben. Er belagerte ein Stück Land am Wasser von Port Antonio in der Nähe der Navy-Island, welches früher dem US Schauspieler Erol Flynnt gehörte. Fire baute dort sein Bambolawn.

Er musizierte, kochte und machte natürliche Drinks für seine Gäste, die er beherbergte.Fireblack erzählt: „Damals gab es in Jamaica viel unbewohntes und unbesetztes Land. Wenn du Dich irgendwo niedergelassen, dieses Stück Land gepflegt und gehegt hast und Cocos-, Bananen-, Orangenbäume oder etwas in der Art angebaut hast bekamst du damals nach 10 Jahren guter Führung die Papiere für dieses Stück Land auf deinen Namen verschrieben. Somit gehörte dieses Land dann Dir.“

Eines Tages war Fire am singen und putzen als eine kleine Gruppe Europäer ihn ansprach. Sie sagten: „Wir hören dich schon seit Tagen singen und finden es toll. Willst du nicht mal nach Deutschland kommen?“ Fire sagte, “Nein… Ich denke nicht dass ich so schnell wieder nach Europa komme, denn ich habe Pläne hier in Jamaica.“
Und so dauerte es noch eine Weile, bis er sich erneut auf den langen Weg nach Europa machte und der Tag kam, an dem er den Entschluss packte: Um aus dem finanziellen Stress seines Landes auszubrechen und irgendwann mit neuen Möglichkeiten und Ideen zurückzukommen, um den Menschen dort helfen zu können, trat er seine Reise nach Deutschland an.

Berlin – Bielefeld – Deutschland
1991 landete Fire in Berlin. „Bist du Fitzroy?“
„Ich sagte ‘ja’. Die Frau unterschrieb meine Papiere und sagte ich solle mit ihr kommen. Ich ging mit und blieb Drei Tage bei ihr in Berlin. Der Freund der Frau wohnte in Bielefeld. Eines Tages saß ich im Wohnzimmer und das Telefon klingelte. Ich ging ran…. Ich war enorm überrascht als ich einen meiner Landsmänner aus “Port Antonio” am Hörer hatte. Er sagte ich soll eine “Mitfahrgelegenheit” nutzen und nach Bielefeld kommen. Und dies tat ich….“
Als er in Bielefeld ankam ließ der Fahrer ihn an der “Siecker Endstation” ab.
Fire lacht: „Einen Abend ging ich raus. In eine Location wo Reggaemusic lief. Dass war das erste Mal seit meiner Reise, dass ich Feiern ging und ich genoss es! Endlich mal wieder Spaß haben! An diesem Abend lernte ich einen Bassisten und einen Saxophonisten kennen, die mir vorübergehend einen Schlafplatz anbieten konnten. Zum Glück, denn einige Nächte verbrachte ich draußen, vorm Bielefelder Landgericht unter freiem Himmel.“
In der neuen Unterkunft im ostwestfälischen “Lage” kochte die Mutter typisch deutsches Essen, an das sich Fire langsam und vorsichtig heranwagte: „Das Essen war gut! Fast wie in Jamaica. – Uwe und ich, wir wurden Freunde und gingen fast überall zusammen hin. Wir Musizierten, schrieben Texte und lebten Rastafari.“

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